Die geangelten Forellen und das Inferno

Bereits in meiner Jugend habe ich gerne mit meinem damals besten Freund am See gesessen und eine Rute ins Wasser gehalten. Es ist echt ein schönes Gefühl gewesen und richtig entspannend. Bei dem ganzen Stress zu Hause konnte man so gut abschalten. Das hatte schon eine hypnotisierende Wirkung, wenn man die ganze Zeit auf das Wasser schaut und die Pose beobachtet. Da kann jeden Moment ein Fisch anbeißen und deswegen sollte man die Pose auch nicht so lange aus dem Blick lassen. Natürlich gibt es unterschiedliche Arten, wie man Fische fangen kann. Da gibt es z.B. die Möglichkeit von Blinkern, wo man die ganze Zeit so eine Art Fischattrappe durch das Wasser bewegt und es auf Raubtierfische abgesehen hat. Ich hab es zwar einige Male gemacht, konnte mich nur nie so richtig damit anfreunden. Viel lieber habe ich mit einer Pose oder auf Grund geangelt. Da musste man nicht die ganze Zeit die Angel in der Hand halten, sowie den Köder rein und raus holen. 

Einen Angelschein habe ich leider nie besessen. Früher war ich noch etwas zu jung dafür und eine Begleitung mit einem Angelschein hatte ich nicht wirklich, außer einmal mit meinem Onkel. Den so genannten Fischereischein kann man erst mit 14 Jahren machen. Mit 14 Jahren hatte ich ganz andere Sorgen und mit dem Angeln nicht mehr so viel zu tun. Somit wurde die ganze Zeit schwarz geangelt und hatte damit nie wirkliche Probleme. 

Angeln mit Handicap 

Mit meinem damaligen Jugendfreund war ich kurz von meinem Unfall noch einmal kurz angeln. Das war aber nur ein Vergnügen von 10 Minuten, weshalb ich das nicht als wirkliches Angeln zähle. Der Reiz am Angeln ist mir mit Querschnittlähmung dennoch etwas geblieben. Es war ein Bild von Samuel Koch, wie er eine Angel an seiner Hand fixiert hatte, welches in mir wieder den Wunsch geweckt hat mal angeln zu gehen. Ein befreundeter Pfleger schenkte mir daraufhin eine Angelrute und ich brauchte nur noch eine Begleitung. Am besten jemand der einen Angelschein besitzt und weiß, was zu tun ist. Natürlich kann ich es den Leuten erklären mit den Handgriffen, nur mag nicht jeder einen Wurm oder Fisch anfassen. Außerdem habe ich nach einer Schritt für Schritt Anleitung nicht mehr wirklich die Lust, weil das entspannende beim Angeln hinfällig ist. Im laufe der Zeit hat es sich dann einige Male ergeben, dass ich mit einem Bekannten angeln gehen konnte. Leider sind nicht viele Angelplätze Rollstuhl geeignet und man muss teilweise improvisieren. Gefangen habe ich grundsätzlich nicht einen Fisch, was mich so ein bisschen frustriert hat. 

Obwohl ich nicht wirklich gut mit der Angelrute umgehen kann und Hilfe benötigte, war es dennoch ein schönes Gefühl wieder zu angeln. Anfänglich habe ich mir die Angelrute an den Unterarm festbinden lassen, was aber nicht ganz so zufriedenstellend funktioniert. Ein Patentrezept überlege ich mir da noch und probiere rum. Um an der Rolle zu drehen hat es gereicht, wenn ich einen Biss hatte oder die Pose zu weit gewandert ist. Mir ging’s ja auch um die Ruhe beim Angeln. Bei meinen paar Ausflügen habe ich leider nie etwas gefangen, was dann schon etwas frustrierend war. Trotzdem möchte ich gerne wieder angeln gehen und hab mir da auch schon einen geeigneten Angelsee rausgesucht und angeschaut. Werde davon berichten!

Andere Länder andere Chancen

2015 sind meine damalige Freundin, unsere Kindern sowie ein paar weiteren Freunden und ich in den Urlaub nach Dänemark gefahren. Yoshi und ich haben natürlich unsere Angeln mitgenommen, da wir unbedingt Fische fangen wollten. Auf der Suche nach einem geeigneten Angelplatz sind wir auf einer Holzbrücke gelandet und dort geblieben. Ganz in der Nähe war eine Forellenzuchtstation untergebracht, weshalb es in diesem Fluss verhältnismäßig mehr Forellen gab. Das war somit der ideale Platz, da ich so meine lange Route zusätzlich am Geländer ablegen konnte. Außerdem hatte der Fluss eine ordentliche Strömung, weshalb wir lediglich den Bügel der Rolle umklappen und die Pose ins Wasser fallen lassen mussten. Den Rest hat die Strömung gemacht.

Am richtigen Ort haben wir den Bügel zurück geklappt, damit die Pose dort blieb. Man mag es kaum glauben, aber wir haben einige Forellen gefangen und es hat echt Spaß gemacht dort zu angeln. Kaum war die Angel im Wasser, gab’s auch schon die ersten Bisse der Forellen. Leider sind uns einige wieder abgesprungen, als wir sie aus dem Wasser ziehen wollten. Ein paar haben wir dann dennoch erfolgreich rausgezogen. So hat das Angeln uns richtig Spaß gemacht. 

Ob die Forellen schmecken? 

Sie waren jetzt nicht die größten aber dennoch waren es Forellen die wir selber gefangen haben und sich lohnte sie mitzunehmen. Zurück in unserem Ferienhaus wurden die Forellen dann geputzt und ausgenommen, so dass wir sie in der Kühlbox mit nach Hause nehmen konnten.  Aufgrund meiner Einschränkungen war ich da fein raus und die Frauen haben sich geweigert, weshalb schlussendlich es dann an Yoshi lag.

Zurück in Hamburg habe ich Yoshi und Alex dann zum Grillen eingeladen, bei dem wir unsere selbst gefangenen Forellen probieren wollten. Mein Assistent Basti hat die Forellen super lecker zubereitet. Zum Glück hatte er Ahnung, wie man das macht, da wir die selbst nicht hatten. Selbst gefangene Fische habe ich bisher nie verzehrt und immer wieder zurück ins Wasser gesetzt.

Das Inferno 

Bevor wir den Grill angeschmissen haben sagte ich Basti, dass er den Grill bitte vom Küchenfenster wegnimmt und ans offene Ende der Terrasse schieben möge. Eigentlich wollte ich noch die Gasflasche unten aus dem kleinen Fach rausnehmen lassen, da diese da eigentlich nicht reingehört und der Gasschlauch deswegen viel zu viel Hitze abbekommt. Da es aber zwischenzeitlich kurz klingelte und Yoshi mit Alex kamen, ist mir dieses wieder entfallen. Basti schmiss in der Zwischenzeit den Grill dann an und wir haben uns alle nichts dabei gedacht. Wenn ich ehrlich bin, war der Gedanke mit der Gasflasche auch schon wieder aus dem Kopf weg.

Nach einigen Minuten kam Basti ins Wohnzimmer und fragte mich, was er denn machen soll, da die Flammen zu hoch sind. Ich sagte ihm darauf hin, dass er dann doch die Gasregler etwas runter drehen soll. Seine Antwort hat mich da dann echt verblüfft, weil er dies bereits getan hat und die immer noch viel zu hoch sind. Daraufhin erwiderte ich, dass er dann doch einfach mal die Gasbrenner ausschalten soll. Seine Reaktion auf meine Antwort werde ich nie vergessen. Er erwiderte mir, dass er dieses auch bereits getan hat. Da ich mir keinen Reim drauf machen konnte, fuhr ich auf die Terrasse raus und habe aufgrund meines niedrigeren Blickwinkels sofort gesehen, dass der ganze Gasgrill unten brannte. Scheinbar ist Gas aus dem Schlauch gekommen, welches sich entzündet hat.

Schlagartig stieg in Basti und mir die Panik auf. Während ich mir gedacht habe, um Gottes willen, bloß schnell weit weg vom Gebäude mit dem Grill, wurde Basti sehr panisch und fragte sehr aufgeregt was er denn jetzt tun soll. Meine Antwort darauf hin war, dass er den Grill doch bitte einfach mal in Richtung Rasen umtreten soll. Er schaute mich daraufhin fassungslos an und sagte, dass er das nicht macht und ich ihn doch mal mitteilen soll, was er machen soll.

Ich war echt irritiert und sagte ihm noch mal, dass er den Grill bitte Richtung Rasen umtreten soll. Seine Antwort war wieder die gleiche und ich kam mir etwas idiotisch vor. Da er sich davon aber nicht überzeugen ließ und wir wirklich alle etwas Panik bekommen haben, riefen wir die Feuerwehr. Da es natürlich nicht 100 % sicher ist, dass auch das Überdruckventil nach gibt, haben wir uns sicherheitshalber alle im Flur versteckt. 

Mit meinem letzten Prozent Akku auf dem Handy rief ich dann meine damalige Freundin an und erzählte ihr, Schatz dein Grill brennt. Sie ist natürlich noch davon ausgegangen, dass dieser am Küchenfenster steht und hat totale Panik geschoben. Danach ist leider mein Handy ausgegangen und sie hat mich nicht mehr erreichen können, weshalb sie extremste Panik geschoben hat. Da durfte ich mir später etwas anhören. Da hat sie aber leider mehr als recht gehabt!

Zum Glück hat das Überdruckventil beim kritischen Druck in der Gasflaschen nachgegeben und es kam eine riesige Stichflamme an der Seite vom Grill raus. Angehört hat sich das so, als wenn ein Düsenjet im Garten starten würde. Dieses haben dann auch meine Nachbarn mitbekommen, während der eine seine Kinder in den Innenhof in Sicherheit gebracht hat, stand der andere draußen und hat es gefilmt.

Damit die Feuerwehr schnell den Ort findet, wo es denn nun jetzt brennt bin ich schon mal raus an die Straße gefahren und habe auf Sie gewartet. Die Feuerwehr kam dann gleich mit drei Löschwagen und waren echt zügig da. Als die Feuerwehr eingetroffen war, war das Gas aus der Flasche bereits aufgebraucht und es hat nichts mehr gebrannt. Somit war bei allen gleich auch die Stimmung aufgelockert und es wurden köstliche Scherze von allen anwesenden Menschen gemacht. Während Basti vier der fünf Forellen vorher retten konnte, war eine Forelle noch auf dem Grill geblieben.

Die ist ja jetzt sehr knusprig sagte der eine Feuerwehrmann und wir mussten herzlich lachen. Die Forelle ist jetzt richtig gut durch, genau wie der Grill erwiderte ich. 

Bis auf die Tatsache, dass mein ganzes Erdbeerbeet und ein Teil der Weide geröstet wurde, sowie der Grill total am Arsch war, ist zum Glück nichts passiert. Der Schrecken saß bei uns allen etwas tief und mein Teddy Nachbar konnte sich überhaupt nicht mehr beruhigen.

Der hatte richtig Panik gehabt und wurde gleich von mir nochmals geschockt, als ich zu ihm sagte das ich gleich wiederkomme. Er fragte mich darauf hin, was ich denn jetzt vorhabe. Daraufhin erwiderte ich nur, dass ich hunger habe und jetzt der Kohlegrill rausgeholt wird. Dass fand er in diesem Moment überhaupt nicht lustig.  Das war ein Nachmittag, den werden wir nie vergessen und war im Nachhinein auch Verdammt lustig.

Habt ihr schon mal einen Grill gegrillt oder hat’s mal bei euch gebrannt? Schreibt mir gerne in die Kommentare

2 thoughts on “Die geangelten Forellen und das Inferno

  1. Liest sich sehr spannend und man kann sich alles bestens vorstellen.
    Leider war ich seit über 50 Jahren nicht mehr angeln, da damals die Gewässer hier so schmutzig waren, gab es keine Fische und wir verloren damals die Lust daran. Aber vorstellen konnte ich mir alles. Vielen Dank! Herzliche Grüsse aus Winterthur

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